Es ist wieder Webmasterfriday, das Thema ist diese Woche die Frage, wo wir uns denn so informieren. Und diese Woche gibt es gleich zwei gute Gründe für das Thema: Blogs sind ein relativ neues Medium und die Zeitungen Deutschlands beginnen wirklich, zu sterben (FR, FTD) – ein Umbruch inder Welt der Informationsvermittlung, wie Martin ganz richtig feststellt.
Ganz konkret ist seine erste Frage die, ob wir noch am Frühstückstisch die Zeitung lesen oder schon das Frühstück an den Rechner verlegt haben. Ich bin ja selbsternannter Totholzfetischist und lese insofern noch täglich eine lokale Zeitung auf Papier. Dafür gibt es außer dem “Feeling” noch zwei gute Gründe: Das Internetangebot der beiden hiesigen Tageszeitungen ist einfach nur schlecht und unvollständig, und auf dem iPad ist kein Platz mehr für noch eine App – zumal die unserer Tageszeitung auch nur ein 1:1-Abbild der Printausgabe ist, da lese ich die doch lieber auf Papier. Und ja, im Abo.
Ansonsten lese ich auch des öfteren mal den Spiegel sowie diverse IT-Magazine – t3n, iX und c’t lese ich immer, die GameStar meistens. Und sonst diverse andere Hefte, Sonderhefte oder auch mal ein einzelnes, weil ich mir eine bestimmte Linux-Distribution nicht erst saugen bzw. brennen will. Besonders zu IT-Themen lese ich aber hauptsächlich online, mein Reader wird regelmäßig überschwemmt. Und Zusatzinformationen einholen ist bei Politik- und Wirtschaftsthemen bei großen Druckerzeugnissen (SZ, Die Zeit) in der Online-Ausgabe sehr schön gemacht, auch sind die Artikel irgendwie oft besser als die aus der Lokalpresse. Über die habe ich übrigens des öfteren zu jammern, sieht man in meinem Twitter-Stream.
Auf die Art und Weise, wie ich schreibe, haben diese Medien also keinen besonderen Einfluss – Blogger schreiben halt wie Blogger ;)
Eine sehr interessante Frage wirft sich übrigens auf: Welche Magazine von früher haben wir irgendwann aufgehört zu lesen? Ich muss da drei nennen, wenngleich ich den Zeitraum um einige Jährchen ausweiten muss – ich nehme mal die letzten 7 Jahre. Das erste, was hier geflogen ist, war die Micky Maus – ich weiß nicht, was ich daran je so toll gefunden habe. Sparte mir einiges an geld, dafür importiere ich jetzt die Wired aus UK. Für etwas weniger im Jahr, wohlgemerkt. Vor ca. drei Jahren habe ich dann das mehrere Jahre alte Geschenk-Abo der Geolino gekündigt, die ist mir irgendwann einfach zu oberflächig geworden. Und was ich auch aufgehört habe, ist die Chip – die habe ich zu Beginn meiner aktiven Internet-Zeit aktiv gelesen, fast jede Ausgabe – und dann noch die mit zwei DVDs. Schweineteuer für so wenig Inhalt. Aufgehört habe ich mit der übrigens, als ich angefangen habe, die c’t wertzuschätzen, die sowieso schon alle zwei Wochen ins Haus geflattert kam. Falsch gemacht haben die also bis auf die Chip nichts, das liegt an meiner persönlichen Entwicklung. Die Chip hingegen hat mehrere Dinge falsch gemacht: Preis, Layout, fehlender Tiefgang, miese Themenwahl, …
Auch Social Media ist übrigens nicht in der Lage, mich von Blogs und Printmedien abzubrigen, das mag eine nette Ergänzung und eine Art Aggregator sein, besonders Twitter, aber etablierte News-Seiten sind mir immernoch lieber. Zum einen erkennen die Hoaxes mitunter besser und posten nicht gleich alles, was sie gerüchteweise gehört haben, angereichert mit Hintergrundinformationen oder – wie bei Heise Security – Proof of Concepts. Für wichtige aktuelle Ereignisse habe ich immernoch den Eil-Ticker von SPON und tagesschau.de – sind in der Vergangenheit aber auch schon des öfteren mal mäßig positiv aufgefallen, was die Inhalte angeht.
So, dann bin ich mal gespannt, ob mir noch was einfällt, ergänzen werde ich den Artikel auf jeden Fall noch. Was meint ihr? Wo informiert ihr euch? Die Kommentare sind offen für eure Gedanken :)
Ein Vorwurf, der den sogenannten “alten” Medien schon länger regelmäßig gemacht wird, ist, dass sie Blogger und allgemein “neue” Medien nicht ernstnähmen. Aber ist dem so? Das ist die Frage, die sich beim aktuellen Webmasterfriday stellt.
Meiner Meinung nach unterschätzen diese “alten” Medien wie beispielsweise Zeitungen großflächig Social Media und Blogs. Wenn ich mir exemplarisch das Webangebot unserer Tageszeitung (Wolfsburger Allgemeine) ansehe, trifft mich das kalte Grausen. Einfach nur die selben Neuigkeiten, die morgen im Lokalteil auftauchen, keine speziellen Kommentare und keine speziellen Angebote auf den zugehörigen Social-Media-Accounts. Diese Zeitung – oder besser gesagt offensichtlich auch die HAZ, zu der “unsere” WAZ gehört – machen das also nicht optimal, obwohl es vermutlich noch sehr viel schlimmere Beispiele für sowas gibt. Weiterlesen →